Probleme mit Kirche (I)
Ein heute gehörtes Zitat:
Ich gehe nicht gerne zur Kirche. Die Leute da drinne machen alle einen auf Heilig. Aber dann kommen sie aus der Kirche raus und fangen an zu lästern. Und die Leute, mit denen sie am Sonntag in der Kirche so nett geredet haben, die kennen sie wochentags gar nicht mehr oder feinden sie sogar an. Ich möchte mich nicht präsentieren, sondern ich möchte für mich in die Kirche gehen. Aber so geht das nicht.
Schade, dass ich immer wieder auf Menschen treffe (oder von welchen höre), die so von der Kirche bzw. von Christen denken. Aber man kann es dem Autor dieses Zitates auch nicht verübeln. Wenn er solch schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann hat das logischerweise einen Einfluss auf sein Bild von Christen und Kirche.
Ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass ich für Leute, die nicht differenzieren (können oder wollen), Christen und Kirche in ihrer Gesamtheit repräsentiere. Selbst wenn ich das gar nicht möchte. Und doch schauen andere Menschen auf mich und denken: “Aha, so ist ein Christ. So verhält sich und lebt also jemand, der Jesus nachfolgt (oder es zumindest vorgibt zu tun).”
Auf der einen Seite möchte ich das so gut wie möglich tun (Nächstenliebe praktizieren usw.), auf der anderen Seite will ich auch nicht Gottes Rechtsanwalt spielen sein. Gott repräsentiert sich selbst. Und wenn Leute auf mich schauen und damit ihr (negatives) Gottesbild begründen, dann weiß ich mich und meine Schwächen und Fehler in Gottes Hand. Diese Spannung gilt es ein Leben lang auszuhalten.
jesusmäßig leben in der postmoderne.
gegen den fundamentalismus.
für das gute.
Ich dachte immer, dieser Mangel an Nicht-Differenzierung sollte genutzt werden, um anderen zu zeigen, wie man als Christ positiv auffällt, damit der Betrachter diese Vorstellung vom Christsein auf alle anderen überträgt und ihrem Vorbild nachfolgen möchte
Ja, aber bei positiven Erfahrungen wir meines Erachtens nach dann oftmals wieder sehr stark differenziert. Irgendwie hat der Mensch einen Hang dazu, das Negative zu verallgemeinern und das Positive (meistens, nicht immer) als Einzelfall zu betrachten.